Warum Backups allein nicht reichen
Einzig und allein gesicherte Daten zu haben, ist wie ein Rauchmelder ohne Batterie: Es sieht gut aus und wirkt auf den ersten Blick vielleicht auch beruhigend, ist im Ernstfall aber vollkommen nutzlos. Im schlimmsten Fall erscheint auf dem Monitor die Meldung, dass das letzte Backup nicht abgeschlossen werden konnte.
Erfolgreiche, tägliche Backup-Reports können noch so schön grün leuchten – ohne regelmäßige Restore-Tests kann es ganz schnell brenzlig werden. Aber warum? Das kann mehrere Gründe haben.
Ein Beispiel sind inkonsistente Datenbestände: Wenn etwa eine Datenbank mitten in einer Transaktion gesichert wurde, ist das Backup zwar technisch erfolgreich, die Daten dahinter sind allerdings unvollständig und somit im Ernstfall unbrauchbar.
Daher sollten Backups von Datenbanken anwendungskonsistent erfolgen, beispielsweise über VSS-Snapshots (Volume Shadow Copy Service, ein Systemdienst von Microsoft) oder die Tools der Datenbankhersteller. Diese schließen die Transaktionen sauber ab.
Oder es fehlen Abhängigkeiten. Sind die SharePoint-Inhalte gesichert, aber die dazugehörigen Azure-Active-Directory-Gruppen wurden vergessen? Dann fehlen die Berechtigungen und somit der Zugriff auf die abgelegten Daten.
Oder der Verschlüsselungsschlüssel fehlt: Per BitLocker abgeriegelte Festplatten sind gesichert, aber der Recovery-Key ist nicht vorhanden. Die Daten sind unerreichbar.
Performance-Schock: Das Backup ist vorhanden, aber die Wiederherstellung dauert 72 Stunden statt der geplanten zwei. Neben der verbrannten Zeit gehen auch mögliche RTO-Ziele (Recovery Time Objective, also die Wiederanlaufzeit des Systems) im Rauch auf. Durch den großen Zeitverlust wird zudem das RPO (Recovery Point Objective, also die maximal tolerierbare Datenmenge, die verloren gehen darf) stark überschritten. Ein tägliches Backup bedeutet also einen RPO von bis zu 24 Stunde.
Besonders bei Microsoft 365 erleben viele IT-Verantwortliche böse Überraschungen. SharePoint-Listen sind vorhanden, aber die Berechtigungen fehlen. Teams-Chats sind wiederhergestellt, aber ohne die verknüpften Dateien.
Damit diese und andere Probleme gar nicht erst auftreten, lautet die Lösung: Testen, testen, testen.