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Hilfe, die ankommt: zu Besuch in Ostafrika

Im Sommer 2025 war Robert Stübner mit seiner Familie in Ostafrika unterwegs und hat verschiedene Organisationen besucht. Eine kulturelle und persönliche Bereicherung, wie er hier berichtet.

Ein Mann steht vor einer gläsernen Wand und lächelt in die Kamera

Der Mensch zählt!

Bei BUCS IT ist das nicht nur ein Unternehmenswert, sondern eine gelebte Überzeugung: Wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung gehören für uns untrennbar zusammen.

Genau deswegen haben wir diesen Grundsatz fest in unseren Unternehmenswerten verankert: Einen Teil unseres Gewinns investieren wir in Menschen, die nicht so privilegiert sind wie wir.

Ein Reisebericht aus Ostafrika

Seit vielen Jahren unterstützen wir verschiedene Projekte weltweit, unter anderem in Uganda und Kenia. Im Sommer 2025 waren meine Frau und ich mit unseren drei Kindern genau dort unterwegs. Diese Reise durch Ostafrika hat uns kulturell und persönlich sehr bereichert.

Zudem hatte ich die besondere Möglichkeit, vier lokale Projekte zu besuchen, die wir seit vielen Jahren persönlich und als BUCS IT unterstützen, die Menschen vor Ort persönlich kennenzulernen und die tollen Fortschritte zu erleben, die bisher erzielt wurden.

Umso gespannter erwartete ich den Start unserer Reise. Ich war so dankbar, als wir am 28. Juli um 7 Uhr in der Frühe mit 40 schwarzen Puppen, 140 Seifenblasen, 100 Lutschern, 10 Fußbällen, 16 Springseilen, 15 Frisbees, 30 BUCS IT Caps, 25 Paketen Stifte, Spielen, zahlreichen Schuhen und vielem mehr zum Flughafen aufbrachen.

Viele Koffer und zwei Rucksäcke stehen in einer Ecke

Unser erstes Ziel: Uganda

Laut Wikipedia zählt der Binnenstaat Uganda mit einem nominellen Bruttosozialprodukt von umgerechnet 780 Euro pro Kopf und Jahr zu den ärmsten Ländern der Welt. Hier wirkt die CHAIN Foundation unglaublich viel Gutes.

 

Die CHAIN Foundation in Mukono

CHAIN steht für Children Health Advocacy Initiative Network. Der deutsche Partnerverein ist KiA (Kinder in Afrika) e. V. Seit der Gründung von CHAIN im Jahr 2001 durch den früheren Erzbischof Livingstone Nkoyoyo steht die Organisation für gelebte Nächstenliebe, praktische Hilfe und Bildungschancen für besonders verletzliche Kinder.

In Mukono, zwanzig Kilometer östlich der Hauptstadt Kampala, betreibt CHAIN ein Waisenhaus mit einer Schule und einem Berufsausbildungszentrum. Besonders bemerkenswert ist die Martin Nkoyoyo Inclusive School, in der blinde und sehende Kinder gemeinsam lernen – ein gelebtes Modell von Inklusion! Trotz ihrer Blindheit schaffen sie den staatlich anerkannten Abschluss. Was für eine tolle Leistung!

Gleich nebenan befindet sich die Berufsschule. Hier können Jugendliche unter anderem das Schneiderhandwerk, die Metallverarbeitung, das Bauhandwerk, das Backhandwerk, die Landwirtschaft, die Tierhaltung, die Elektrik, aber auch das Kunsthandwerk, den Tanz oder den Friseurberuf erlernen. Diese Vielfalt und Exzellenz haben uns sehr beeindruckt. Stark!

Foto: KiA (Kinder in Afrika) e.V. 

Das BUCS Young Mother's Dormitory von außen

Hilfe für junge Frauen und ihre Kinder

Für CHAIN durften wir das BUCS Young Mothers Dormitory inklusive eines Brunnens direkt neben der Einrichtung finanzieren. Junge Frauen, die ungewollt schwanger wurden und aus ihrer Familie und der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen wurden, bekommen hier eine neue Perspektive:

Die jungen Mütter mit ihren neugeborenen Babys erhalten über einen Zeitraum von zwei Jahren nicht nur eine Unterkunft, sondern ganz praktische Unterstützung mit dem Ziel, dass sie sich und ihre Kinder anschließend selbst versorgen können, da die Väter i. d. R. die Mütter verlassen haben.

Jede Mutter bekommt eine Mentorin, die sich um das Baby kümmert, während Mama eine Berufsschule besucht. Zusätzlich bietet eine Beraterin der CHAIN Foundation wöchentliche Gespräche an, um die Mütter bei ihren ganz persönlichen Herausforderungen zu begleiten.

Die Organisation plant für die Zukunft unter anderem ein Community Resource Center, das den Schwerpunkt auf IT-Schulungen und Gesundheitsinformationen legen wird.

Im Rahmen unserer Reise brachten wir von BUCS IT bereits einige Laptops mit. Zwei der drei Geräte verfügen über ein LTE-Modul und können mit SIM-Karten ausgerüstet werden. So haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Büro und die Schuldirektorin direkten Internetzugang.

Die Sachen wurden nicht nur einfach überreicht, nein. Gemeinsam mit vielen Menschen feierten wir eine Kofferparty, bei der das Öffnen der Gepäckstücke und deren Inhalte richtig zelebriert wurde.

Eine Gruppe Menschen sitzt auf einer Wiese

Ein Brunnen für ein ganzes Dorf

Während für das Community Resource Center bereits IT-Ausstattung gesammelt wird, ist an anderer Stelle erst Grundlagenarbeit nötig. Umso mehr freuen wir uns, dass wir als BUCS IT direkt neben einer Dorfschule in Ntaawo, ganz in der Nähe von Mukuno, einen Brunnen finanzieren können.

In der Schule werden aktuell 295 Kinder unterrichtet. Die Schulleiterin erklärte uns: „Hier gab es kein sauberes Wasser. Die Kinder mussten jeden Tag sehr weit laufen – oft mit Problemen – und haben dadurch häufig den Unterricht verpasst."

Wenn die Kinder nicht zum Wasser kommen können, dann muss das Wasser eben zu den Kindern kommen. Unterricht genießen, statt Krüge schleppen!

Der Brunnen versorgt nun sowohl die Jungen und Mädchen der Schule als auch das gesamte Dorf mit sauberem Trinkwasser. Gesündere Kinder, Familien und weniger Unterrichtsausfall durch widrige Wasser-Beschaffungsmaßnahmen. So sieht praktischer Impact aus, der nachhaltig Leben verändert. Das macht mir große Freude!

Bildung ist der stärkste Hebel für Veränderung – für das Leben eines Kindes, seiner Familie und der gesamten Gemeinschaft. Aus diesem Grund setzen wir uns ein.

Apropos: Dank einer neuen Schule in einem abgelegenen Dorf ist Bildung nun auch dort sicher, erreichbar und dauerhaft möglich. Auch hier sind die Wege jetzt kürzer: Kinder müssen nicht mehr bis zu 16 Kilometer zu Fuß zur nächsten Schule laufen. Das schauten wir uns als Nächstes an.

Robert Stübner pumpt Wasser an einem Brunnen in Uganda

Eine Schule mitten im Nirgendwo

Den nächsten Zwischenstopp in Uganda erreichten wir nach rund 60 Kilometern, nachdem wir einmal quer durch Kampala gefahren waren. Die Kalibville Cooperative Community (KCC), ein Kinderdorf, hat eine unfassbar bewegte Vergangenheit.

Eine Schule in Uganda mit Kindern auf dem Schulhof

Das KCC, in dem heute über 100 Jungen und Mädchen Bildung, Schutz und Hoffnung erfahren, wurde von Naphtali gegründet. Er war selbst einmal ein Straßenjunge. Eine Patenschaft, bei der Menschen gezielt in ihn investiert haben, konnte sein Leben zum Besseren wenden. Er wurde bis zum Studienabschluss unterstützt. Danach gründete er Kalibville. Heute gibt er die Hilfe, die er damals empfangen hat, an hunderte Kinder weiter.

Schüler einer Schule in Uganda stehen vor einer Baustelle

Wenn durch eine einzige Patenschaft nicht nur das Leben eines einzelnen Kindes, sondern auch das Leben hunderter weiterer Menschen in dessen Umgebung verbessert wird, dann ist das echte Multiplikation. Das begeistert mich!

Gemeinsam mit dem deutschen Partnerverein HandS e. V. freuen wir uns, die Kalibville Cooperative Community und zahlreiche Brunnen in der Umgebung mitfinanzieren zu dürfen. Künftig soll ein zweites Geschoss gebaut werden, um noch mehr Platz für Kinder in dieser abgelegenen Region von Uganda zu schaffen. Die Warteliste ist bereits lang, aber die dafür notwendigen Steine wurden bereits selbst aus örtlichem Lehm produziert und gebrannt. Sobald genügend Spenden für den Projektstart vorhanden sind, kann es losgehen!

Nach einigen intensiven Tagen voller Eindrücke und des Austausches durften wir als Familie auch ein wenig den Urlaub genießen. Wir flogen nach Tansania. Nach der Besichtigung des Kilimandscharo und einer Safari ging es weiter. Ziel: Kenia.

Ein Gruppenfoto mit Ehepaar Ochieng im Foyer der BUCS IT Gruppe

Shelter of Hope und Compassion in Kenia

Beeindruckender Besuch in Nairobi

Nach dem Sightseeing flogen wir nach Kenia. Savannen, Felder und wilde Tiere tauschten wir dort gegen einen Slum, durch den wir als Erstes einen Rundgang machten. Wir wollten einen direkten Einblick bekommen, wie die Menschen hier leben.

Gerade für meine Kinder war das eine sehr intensive Erfahrung. Es ist immer wieder erschreckend, unter welchen Umständen Menschen leben müssen. Kein Platz, keine Rückzugsmöglichkeit, keine Ruhe, kein frisches Wasser, kein Abwasser, keine Müllabfuhr, keine Arbeit. Das sind extreme Bedingungen, in denen das Leben irgendwie bestritten werden muss.

Hier arbeitet Shelter of Hope. Die Organisation wurde 2005 von Pastor Ishmael Ochieng und seiner Frau Molline gegründet. Im Frühjahr 2025 hatten wir die Ehre, von den beiden in Wuppertal besucht zu werden.

Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Waisen und gefährdeten Kindern, Jugendlichen und Frauen in den Slums von Kiambiu, Nairobi, zu helfen. Sie bringen Hoffnung durch Bildung in diesen bitterarmen Teil der Stadt – der einzige Ausweg aus der Armutsspirale. Die Eltern der Kinder haben nichts. Weder Geld für Essen noch für Schulmaterial oder Schuluniform.

Ishmael Ochieng in einem Slum in Kenia

In Wellblechhütten unterrichten Lehrkräfte rund 150 Kinder. Und das ab dem Babyalter. Aber auch hier sind die Bedingungen schwierig. Maximal ein Fenster haben die Räume, im Sommer ist es unerträglich heiß und in der Regenzeit bietet das Wellblech nur wenig Schutz gegen das Wasser.

Trotzdem halten sie am Lehrplan fest. Nur deshalb konnten bereits Kinder dieser Schule an die Uni gehen. Dieser Einsatz für andere veränderte Biografien! Für mich sind die Lehrerinnen und Lehrer absolute Helden. Ein zentrales Anliegen von Shelter of Hope ist es, Kindern digitale Kompetenzen zu vermitteln. Das unterstützen wir bei BUCS IT mit großer Begeisterung.

Compassion International – eine Organisation, die mich absolut begeistert!

Seit über 70 Jahren setzt sich Compassion weltweit für Kinder in extremer Armut ein – und das mit beeindruckendem Erfolg! In Zusammenarbeit mit über 8.700 lokalen Partnerkirchen erreicht diese großartige Organisation mehr als 2 Millionen Patenkinder in 29 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.

Was Compassion so besonders macht: Der Fokus liegt auf ganzheitlicher Entwicklung. Bildung, Gesundheitsversorgung, soziale Kompetenzen und berufliche Perspektiven – all das wird gefördert, damit Kinder nicht nur überleben, sondern ihr volles Potenzial entfalten können. Jedes Kind wird individuell begleitet und auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet.

Mein Prädikat: Absolut empfehlenswert! Die Arbeit von Compassion ist transparent, professionell und nachhaltig wirksam. Hier wird echte Veränderung bewirkt – ein Kind nach dem anderen!

Dafür nutzt Compassion individuelle 1-zu-1-Patenschaften: Mit einem monatlichen Festbetrag von 35 Euro ermöglichen Paten den Kindern eine lebensverändernde ganzheitliche Entwicklung. Eine Patenschaft schafft eine Verbindung, die stärker ist als Armut.

BUCS IT übernimmt die Kosten dafür, dass jede Führungskraft in unserem Unternehmen eine Patenschaft für einen jungen Menschen übernimmt – in der Summe finanzieren wir so weit über 40 Kinder in verschiedenen Ländern Afrikas.

26 von unseren „BUCS IT Patenkindern“ konnte ich mit meiner Familie in einem der Compassion Kinder-Center in Nairobi persönlich besuchen und wir haben einen wunderbaren Tag im Kinderzentrum verbracht – eine Erfahrung, die ich jedem Menschen nur ans Herz legen kann einmal gemacht zu haben. Meine eigenen Kinder fallen fast gar nicht auf 😊.

Ein Gruppenfoto diverser Menschen in Uganda

Wieder zu Hause – mein Resümee

Was für eine intensive Reise! Meine Familie und ich sind sehr dankbar, dass wir Ostafrika besuchen durften. Wir persönlich sowie BUCS IT nehmen unsere Lebensumstände und Möglichkeiten nicht als selbstverständlich hin.

Es ist erstaunlich, wie Menschen mit ihren Situationen umgehen und dennoch voller Freude und Dankbarkeit sind. Wir sind so froh, Teil dieser vielen Geschichten zu sein. Danke an die vielen Menschen vor Ort, die Organisationen und die vielen wertvollen Patenschaften. Danke für euer Herz für Menschen.

26.11.2026
Blogautor Robert Stübner
Robert Stübner
Gründer und Geschäftsführer
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