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IT-Carve-out: Definition und Erfolgsfaktoren für Private-Equity-Investoren

Lesen Sie hier, was genau es mit einem IT-Carve-out auf sich hat und warum er große Auswirkungen auf den Erfolg eines Deals hat.

Ein IT-Manager mit einem Tablet in einer Produktionshalle während eines IT-Carve-outs

Im Private-Equity-Umfeld sind Carve-outs ein bewährter Hebel, um Geschäftseinheiten aus Konzernen herauszulösen, operativ zu stabilisieren und wertsteigernd weiterzuentwickeln.

Gerade die IT ist dabei ein kritischer Erfolgsfaktor: An ihr entscheidet sich häufig, ob die Geschäftseinheit pünktlich herausgelöst werden kann. Sie ist die Grundlage für Skalierbarkeit und damit auch wesentlich für den Wertsteigerungspfad nach dem Deal.

Die Lösung: Ein professioneller IT-Carve-out, der von erfahrenen Profis gut gemanagt wird. Was genau es damit auf sich hat und warum ein guter IT-Carve-out große Auswirkungen auf den Erfolg eines Deals hat, verrät dieser Beitrag.

Was ist ein IT-Carve-out?

Kurz gesagt ist ein IT-Carve-out die Abspaltung und eigenständige Aufstellung der IT-Landschaft eines Unternehmens oder eines Unternehmensteils (inklusive Systeme, Daten, Infrastruktur und Betrieb) im Zuge einer Veräußerung.

Bei einem Carve-out wird ein Unternehmensteil aus einem Konzern herausgelöst und als eigenständige Einheit (NewCo) aufgestellt. Für Private-Equity-Investoren bedeutet das, dass die IT-Infrastruktur, Daten und Prozesse so entkoppelt werden müssen, dass die NewCo operativ unabhängig und zukunftsfähig wird – idealerweise mit einer modernen, flexiblen IT, die schnelles Wachstum und Add-on-Akquisitionen unterstützt. Das erreicht man mit einem gut geplanten IT-Carve-out.

Damit der gelingt, sollte ein Managed Service Provider (MSP) direkt mit am Tisch sitzen, um möglichst früh Daten und Budget zu qualifizieren, damit das Investment Committee (IC) valide Entscheidungen treffen kann. Das verhindert teure Nachverhandlungen und hilft dabei, IT-Leistungen, Service Levels, Meilensteine und Kosten belastbar festzuhalten.

Eine schematische Darstellung zum besseren Verständnis der Definition eines IT-Carve-outs

Der IT-Carve-out im M&A-Prozess: Due Diligence, Signing, Closing

1. Due Diligence (DD): Werttreiber und Risiken identifizieren

Die Due Diligence schafft hinsichtlich der IT Transparenz über Risiken, Machbarkeit und Synergiepotenziale. In der Due Diligence wird die IT-Struktur des Targets auf Herz und Nieren geprüft:

Welche Systeme und Daten sind kritisch für das Geschäft?

Target Operating Model abschätzen: Wie hoch sind die Kosten für den Betrieb danach?

Gibt es technische oder vertragliche Abhängigkeiten zur Muttergesellschaft?

Welche Risiken bestehen hinsichtlich Compliance, Datenschutz und Lizenzen?

 

2. Projekt vorbereiten & Signing anstreben: Planung und Wertschöpfungspotenziale sichern

Parallel zum Signing beginnt auch die konkrete Planung des IT-Carve-outs. Für Private-Equity-Investoren ist jetzt entscheidend:

Transition Service Agreements: Welche IT-Leistungen werden für die Übergangszeit benötigt, wie lange dauern sie an und was kosten sie?

Projektgovernance: Ein erfahrenes Carve-out-Team steuert die Umsetzung – mit klaren KPIs, Meilensteinen und Reporting-Strukturen.

Fragen Sie sich zu diesem Zeitpunkt auch schon einmal, wie die Ziel-IT-Landschaft aussieht: Gibt es Chancen für Modernisierung, Cloud-Transformation oder Standardisierung?

 

3. Closing: Deal umsetzen und Werte realisieren

Zum Closing muss die technische Umsetzung des IT-Carve-outs so weit abgeschlossen sein, dass ein reibungsloser Übergang erfolgt:

Migration & Separation: Daten, Systeme und Prozesse werden auf neue Plattformen transferiert – möglichst ohne Geschäftsunterbrechung.

Optimierung: Häufig bietet der IT-Carve-out die Chance, Altlasten abzuwerfen und IT-Kosten nachhaltig zu senken.

Schnelle Unabhängigkeit: Je schneller die NewCo eigenständig läuft, desto früher können Investoren Wertsteigerungsmaßnahmen wie Add-ons, Prozessoptimierungen oder Digitalisierungen realisieren. Das kann bereits an Day One der Fall sein.

 

Erfolgsfaktoren eines IT-Carve-outs aus Investorensicht

Frühzeitige IT-Strategie: IT muss von Anfang an integraler Bestandteil der Investment Story sein – nicht nur ein technisches Detail.

Transparenz & Speed: Klare Roadmaps, schnelle Entscheidungswege und konsequentes Projektmanagement sichern das Tempo im Carve-out.

Value Creation: Der Carve-out ist die Chance, die IT der NewCo fit für Wachstum und Skalierung zu machen – z. B. durch Cloud, Automatisierung oder Standardisierung.

Risiko- und Kostenkontrolle: Unerwartete IT-Abhängigkeiten oder Verzögerungen können den Investment Case gefährden – professionelle Steuerung ist Pflicht.

Ein IT-Experte veranschaulicht seinen Plan einem Investor

Fazit

Für Private-Equity-Investoren ist der IT-Carve-out weit mehr als ein technisches Projekt. Er ist ein zentraler Hebel für Geschwindigkeit, Wertsteigerung und nachhaltigen Erfolg der Beteiligung. Wer IT-Fragen frühzeitig und strategisch adressiert, schafft die Basis für ein erfolgreiches Investment – und kann das volle Potenzial des Carve-outs heben. Die Leistungen eines Managed Service Providers sind da sehr hilfreich.

Sie planen einen Carve-out oder stehen vor einer IT-Transformation im Beteiligungsportfolio? Wir begleiten Sie von der DD bis zur vollständigen Separation und darüber hinaus. Sprechen Sie uns gerne an.

03.12.2025
Blogautor Markus Fasse
Markus Fasse
IT-Redakteur
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